Dosisoptimierung mit System
Mit MPE+ und DOSE verbessern Einrichtungen den Strahlenschutz und vereinfachen die Kommunikation mit Aufsichtsbehörden
Seit Januar 2023 verpflichtet das Strahlenschutzgesetz Kliniken mit Hochdosisgeräten zum Nachweis eines Medizinphysikexperten – eine Anforderung, die die Ammerland-Klinik, das Gemeinschaftskrankenhaus Bonn und die Oberlausitz-Kliniken mit dem Service MPE+ von Dedalus HealthCare erfüllen. Der Lohn: optimierte Protokolle, verringerter Verwaltungsaufwand und ein messbarer Beitrag zur Patientensicherheit.
Dipl.-Ing. Stefan Bredehorn, Ammerland-Klinik
Strahlenschutz in der Radiologie
Die Anforderungen an den Strahlenschutz in der Radiologie sind in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. Der Gesetzgeber hat die Vorschriften verschärft und die Dokumentationspflichten bei strahlenintensiven Modalitäten ausgeweitet.
Spätestens seit dem 1. Januar 2023 verpflichtet das Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) alle Krankenhäuser mit Hochdosisgeräten zum Nachweis eines Medizinphysikexperten (MPE) – verbindlich für den Betrieb von Computertomographen und Röntgeneinrichtungen für Hochdosisverfahren. Die Ammerland-Klinik, das Gemeinschaftskrankenhaus Bonn und die Oberlausitz-Kliniken haben diese Herausforderung mit dem Service MPE+ von Dedalus HealthCare gelöst, nachdem alle drei zuvor mit externen Medizinphysikexperten gearbeitet hatten.
MPE+ deckt sämtliche rechtlich vorgeschriebenen Leistungen ab: von der Umsetzung nach § 14 StrlSchG über die Überwachung diagnostischer Referenzwerte und Dokumentation von Vorkommnissen bis zu regelmäßigen Berichten. Darüber hinaus können Kliniken Mitarbeiterschulungen und Geräteauslastungsanalysen dazubuchen. „Wir sehen für uns großes Potenzial in dem Angebot, besonders im Zusammenspiel mit dem Dosismanagementsystem DOSE aus einer Hand“, sagt Dipl.-Ing. Stefan Bredehorn aus der IT-Abteilung der Ammerland-Klinik.
Dr. Dipl.-Ing. Felix Verbeek, Oberlausitz-Kliniken
Alles aus einer Hand
Für die Oberlausitz-Kliniken, die bereits ORBIS KIS, ORBIS RIS und DeepUnity PACS von Dedalus HealthCare nutzen, war der Schritt zu MPE+ folgerichtig. „Wir schätzen besonders die Unterstützung bei der behördlichen Kommunikation sowie der Optimierung von Protokollen und Prozessabläufen hinsichtlich der Personal- und Patientenexposition“, sagt Dr. Uwe Kersten Wahl, Chefarzt des Instituts für diagnostische und interventionelle Radiologie. Ein externer Blick helfe, Verbesserungspotenziale in Untersuchungsabläufen leichter zu erkennen. Sein Kollege Dr. Dipl.-Ing. Felix Verbeek betont: „MPE+ bietet ja nicht nur eine Betrachtung von Dosiswerten aus der Ferne, sondern eine echte Vor-Ort-Betreuung. Das ist unerlässlich, wenn wir an den Patienten- und Anwenderstrahlenschutz denken.“
Das Gemeinschaftskrankenhaus Bonn wiederum betont die Bedeutung stabiler Partnerschaften und integrierter Lösungen. Informationssysteme, Dosismanagement und medizinphysikalische Expertise greifen dort eng ineinander. Dadurch lassen sich die Möglichkeiten von DOSE besser nutzen, um die Bildgebung nicht nur zu dokumentieren, sondern aktiv zu steuern.
PD Dr. Jochen Textor, Gemeinschaftskrankenhaus Bonn
PD Dr. Jochen Textor, Chefarzt der Fachabteilung für Radiologie, Interventionelle & Neuroradiologie, nennt ein konkretes Beispiel: „Bei sieben Prozent unserer CT-Patienten hatten wir eine Überschreitung der Dosisreferenzwerte. Es ist hilfreich, diese Zahl zu kennen und die Einzelfälle analysieren zu können.“ Auf Basis dieser Auswertungen konnten dokumentierte, patientenbezogene Gründe separiert und die übrigen Fälle für Protokollanpassungen genutzt werden.
Enge Zusammenarbeit garantiert
Alle drei Häuser beschreiben den Einstieg in MPE+ als zügig und reibungslos. Der betreuende MPE war von Beginn an persönlich vor Ort, führte Einführungsgespräche mit den Strahlenschutzbeauftragten und sensibilisierte das Personal für die kontinuierliche Dosisoptimierung. Dadurch wurde deutlich, warum die kontinuierliche Dosisoptimierung, kürzere Durchleuchtungszeiten und der Blick auf die eigene Strahlenbelastung wichtig sind. Der MPE überprüft laufend alle vereinbarten Modalitäten, erstellt regelmäßige Auswertungen und informiert die Kliniken umgehend bei erhöhten Dosiswerten – ohne auf den nächsten Quartalsbericht zu warten. „Selbst wenn wir dann noch unter dem Referenzwert liegen, möchten wir im Sinne der Patientensicherheit immer mit der geringstmöglichen Dosis arbeiten“, sagt Ralf Sander, Leitender MTR in der Ammerland-Klinik.
Ralf Sander, Ammerland-Klinik
Detaillierte Auswertungen für Dosisanpassungen
Die detaillierten Auswertungen aus DOSE liefern dabei wertvolle Grundlagen für konkrete Verbesserungen. Die Ammerland-Klinik profitierte zudem vom anonymisierten Benchmark und konnte ihre Dosiswerte durch den Vergleich mit anderen Einrichtungen gezielt senken. Insgesamt entlasten die Auswertungen die Verantwortlichen, reduzieren manuellen Aufwand und schaffen eine bessere Grundlage für Entscheidungen.
Vereinfachte Kommunikation mit Aufsichtsbehörden
Ein weiterer Vorteil: DOSE vereinfacht die Kommunikation mit den Aufsichtsbehörden erheblich. Alle Modalitäten übermitteln ihre Daten automatisch via Structured Dose Report an das System. Was früher mehrere Wochen Aufwand bedeutete, ist heute in wenigen Tagen erledigt. Auch für Zertifizierungen leistet die strukturierte Dokumentation wertvolle Dienste.
Dr. Uwe Kersten Wahl, Oberlausitz-Kliniken
Anwender im Blick
Neben der Patientensicherheit spielt auch der Anwenderschutz eine zentrale Rolle. MPE+ unterstützt die Strahlenschutzbeauftragten nicht nur bei gesetzlichen Vorgaben, sondern auch bei Standard-Arbeitsanweisungen und der Sensibilisierung anderer Fachabteilungen. Dr. Dipl.-Ing. Felix Verbeek betont den praktischen Nutzen der engen Zusammenarbeit: „Unser MPE von Dedalus Healthcare hat stets alle relevanten Daten im Blick, so dass wir bei Dosisabweichungen sofort Anpassungen an den Protokollen vornehmen können, ohne die diagnostische oder interventionelle Qualität zu senken.“
Damit trägt MPE+ aus Sicht der Kliniken zu mehr Strahlenhygiene, höherer Sicherheit und effizienteren Abläufen in der Radiologie bei. Eine Vertretungsregelung gewährleistet zudem eine durchgehende und lückenlose Betreuung.
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