Kubernetes für ORBIS U
Skalierbarkeit, Lastverteilung und rollende Updates sorgen für stabilen Klinikbetrieb – On-Premises und in der Cloud
Die Zahl der ORBIS-U-Anwendungen wächst kontinuierlich. Damit steigen auch die Anforderungen an die IT-Infrastruktur in Krankenhäusern. Dedalus HealthCare hat darauf reagiert und setzt bei der Implementierung auf Kubernetes – eine Open-Source-Technologie zur Organisation und Orchestrierung von Containern, also virtualisierten Applikationen. So lassen sich Betrieb, Monitoring und Updates nach einheitlichen Prinzipien gestalten, statt für jede Applikation Sonderwege aufzubauen.
On-Premises und in der Cloud
„Wir haben Kubernetes gewählt, weil es flexibel ist, weil es sich als Standard durchgesetzt hat und weil es unseren Kunden den Weg in die Cloud ebnet“, sagt Siegfried Fode, Chief Technology Officer der Dedalus Gruppe. Die Cloud-Fähigkeit ist dabei nicht nur ein Zukunftsversprechen, sondern eine betriebliche Absicherung: Mit der wachsenden Zahl an ORBIS-U-Applikationen steigen die Anforderungen an einen stabilen, skalierbaren Betrieb – und an eine Plattform, die beide Welten unterstützt: das lokale Rechenzentrum und die Cloud.
Viele Einrichtungen werden auch künftig On-Premises arbeiten. „Viele unserer Kunden haben heute und auch künftig ein eigenes Rechenzentrum – deshalb müssen wir einen Weg schaffen, ORBIS U sowohl lokal als auch in der Cloud betreiben zu können“, betont Fode. Kubernetes ist hier die technische Klammer. Kliniken können Kubernetes selbst betreiben und dafür das bereitgestellte ORBIS U Kubernetes nutzen, das die Administration signifikant vereinfacht. „Oder wir übernehmen den Betrieb als Managed Service, entweder im Rechenzentrum der Klinik oder in der Cloud“, so der CTO.
ORBIS U Kubernetes ist eine erweiterte Variante von Kubernetes, die den einfachen Betrieb in einem ORBIS-Umfeld gewährleistet. Für On-Premises-Installationen liefert Dedalus HealthCare sein eigenes Kubernetes, da auch die Integration in das Ökosystem der Gesamtlösung berücksichtigt werden muss.
„Viele Kliniken nutzen weiterhin ORBIS NICE parallel zu ORBIS U. Die ORBIS-U-Kubernetes-Umgebung beinhaltet daher Technologien, die die Koexistenz beider Welten sicherstellen und vereinfachen“, sagt Fode.
Skalierbar und zukunftssicher
Die Vorteile der Technologie liegen vor allem in der Skalierbarkeit. In Kubernetes betriebene Container können auf verschiedene Server-Instanzen verteilt werden, ob physikalisch oder virtualisiert. Die Plattform bietet Möglichkeiten zur lastbezogenen Skalierung und Autoskalierung, sodass bestimmte Container abhängig von der Nutzungsintensität redundant oder mehrfach gestartet werden können, um Spitzen abzufangen. Besonders interessant für den Klinikbetrieb: Kubernetes ermöglicht sogenannte rollende Updates, bei denen die Ausfallzeiten auf ein Minimum reduziert werden.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Zukunftssicherheit. Die Cloud-Fähigkeit von Kubernetes erleichtert eine spätere Migration in die Cloud erheblich. „Angesichts der wachsenden Anzahl an ORBIS-U-Applikationen und immer größerer Benutzerzahlen gehen wir davon aus, dass das eine Option ist, die viele Kunden in Erwägung ziehen werden“, sagt Fode.
Erfolgreicher Pilotbetrieb und Learnings
Den erfolgreichen Pilotbetrieb hat die Klinik Kitzinger Land übernommen. „Wir haben sehr eng mit dem Kunden daran gearbeitet, wie man den Betrieb vereinfachen kann, welches Toolkit benötigt wird, um neue Container zu installieren, upzudaten, wie man das Monitoring adressiert“, berichtet der CTO. Mittlerweile sind bereits weitere Kliniken mit ORBIS U Kubernetes im Betrieb, beispielsweise das Herz- und Diabeteszentrum Bad Oeynhausen. Die Anzahl der Kunden, die Kubernetes im eigenen Data Center einsetzen, steigt derzeit stetig – sowohl in Deutschland, Österreich und der Schweiz als auch international. Hinzu kommen weitere ORBIS-U-Anwender, die mit Kubernetes im Rahmen des Managed Services in der Cloud arbeiten.
„Aus dem Pilotbetrieb nehmen wir wichtige Learnings mit. So wird beispielsweise nicht jede Einrichtung ORBIS U Kubernetes benötigen, das hängt vom Nutzungsgrad, vom Skalierungsbedarf und von der erwarteten Last ab“, so Fode. Gleichzeitig warnt er davor, die Komplexität zu unterschätzen, vor allem im lokalen Datacenter.
„Kubernetes ist eine sehr leistungsfähige, aber auch anspruchsvolle Technologie. Deshalb haben wir ein Toolkit entwickelt, das Installation, Administration, Monitoring und Betrieb im ORBIS-U-Umfeld deutlich vereinfacht“, so der CTO. Damit lassen sich beispielsweise auch On-Premises neue Kubernetes-Cluster aufsetzen, ohne alle Details des Standards zu kennen.
Trotzdem bleibt die Vorbereitung entscheidend: Hardwaredimensionierung, Netzwerkkonfiguration und PKI (Public Key Infrastructure) sollten frühzeitig geplant werden. Gegenwärtig entwickelt Dedalus HealthCare Lernangebote für Kunden, die ORBIS U Kubernetes nutzen.
Für bestehende ORBIS-U-Installationen auf Docker-Host gibt es unterstützende Methodiken für den Umstieg auf Kubernetes. Entscheidend ist jedoch, den Wechsel gemeinsam mit Service und Support zu planen, damit Cluster korrekt aufgebaut und dimensioniert sind. Und wichtig: Es gibt keinen Zwang. „Wir führen Kubernetes als Option ein – wenn die Last wächst oder sich Hochverfügbarkeitsanforderungen verändern, begleiten wir Kunden bei der Analyse und beim Aufbau des passenden Clusters“, betont Siegfried Fode.
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