Meilenstein für die Patientenversorgung
Allgemeine Unfallversicherungsanstalt modernisiert die Radiologie mit integriertem RIS/PACS
Das Traumazentrum Wien der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) setzt seit April 2025 auf ein integriertes RIS/PACS von Dedalus HealthCare. Die Lösung ermöglicht einen deutlich vereinfachten Workflow, vor allem dank standortübergreifender Patienten-ID, schneller Bildverfügbarkeit und zuverlässiger Spracherkennung.
Dr. Alexander Talaska (li.) und Prim. Dr. Thomas Brüll, AUVA
Das Traumazentrum Wien der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) ist auf die Versorgung von Arbeitsunfällen spezialisiert, wodurch die radiologischen Schwerpunkte vor allem im muskuloskelettalen und orthopädischen Bereich liegen. In den vergangenen Jahren hat die Radiologie zahlreiche neue hochauflösende Modalitäten eingeführt sowie Verfahren wie die Neurosonografie etabliert. „Das ermöglicht unseren Ärzten bessere Diagnosemöglichkeiten, stellt gleichzeitig aber auch höhere Anforderungen an die Bildverarbeitung und Darstellung“, beschreibt Prim. Dr. Thomas Brüll, Leiter des Instituts für Radiologie, die Herausforderung. Das steigert die diagnostische Sicherheit, führt jedoch auch zu einer höheren Arbeitsfrequenz, der die Abteilung mit organisatorischen Anpassungen und verstärkter Digitalisierung begegnet.
Einfacher Workflow mit Patienten-ID
Seit April 2025 wird die Radiologie durch ein integriertes Radiologie-Informationssystem (RIS) und Bilddatenmanagementsystem (PACS) von Dedalus HealthCare unterstützt. Die Implementierung folgt auf die Einführung eines einheitlichen Krankenhaus-Informationssystems (KIS) in allen AUVA-Einrichtungen. „Ein integriertes RIS/PACS ist ein Muss für eine moderne Radiologie – und hat Vorteile für uns Radiologen und die Patienten“, betont Dr. Brüll. Die neue Lösung trägt maßgeblich dazu bei, die Systemlandschaft der AUVA standortübergreifend zu vereinheitlichen.
Ein zentrales Auswahlkriterium war die Abbildung der AUVA-eigenen Patienten-ID, mit der alle Fallnummern eines Patienten einrichtungsübergreifend zusammengeführt werden können. Sie wird im KIS vergeben und automatisch ins RIS übertragen.
„Hier können wir heute mit einem Mausklick auf alle Informationen samt Vorbefunden und -bildern zugreifen“, so der Chefradiologe. Zuvor war es aufgrund der fallbezogenen Dokumentation aufwendig, ältere Untersuchungen manuell zu laden.
Viele Anbieter konnten die Abbildung der Patienten-ID erst auf Nachfrage entwickeln, doch Dedalus HealthCare überzeugte mit einer bereits umgesetzten Lösung und einer engen Zusammenarbeit. „Wir haben einen individuellen Ansprechpartner, der uns jederzeit gut unterstützt“, lobt Dr. Brüll.
Schnell und einfach zum Befund
Ein weiterer Vorteil ist die nahtlose Integration des PACS ins bestehende RIS, die schnelle Datenabrufe und unmittelbare Befundansicht ermöglicht. Das System hat seine Leistungsfähigkeit bereits im Allgemeinen Krankenhaus Wien bewiesen – ein entscheidender Aspekt bei der Entscheidung der Radiologie des Traumazentrums. Auch im klinischen Alltag zeigt sich die Effizienz des integrierten Workflows: Eine CT-Anforderung im KIS enthält bereits relevante Patientendaten, der Fall erscheint automatisch in den Arbeits- und Befundlisten und die Bilder öffnen sich direkt mit der jeweiligen Untersuchung. „Den Befund erstellen wir mittels integrierter Spracherkennung. Unmittelbar nach Vidierung steht er den behandelnden Ärzten im KIS zur Verfügung“, erläutert Dr. Alexander Talaska, Facharzt für Radiologie im Traumazentrum Wien.
Das PACS überzeugt zudem durch seine hohe Performance beim Laden großer Datensätze, was besonders für Rekonstruktionen, OP-Planungen und komplexe Gefäßdarstellungen wichtig ist. Darüber hinaus bietet es flexible Einstellungsmöglichkeiten wie individuelle Bildschirmaufteilungen, Hanging-Protokolle oder konfigurierbare Bearbeitungswerkzeuge. Für regelmäßige Besprechungen können Fälle bereits während der Befundung in Demolisten verschoben werden. „Das spart immens Zeit in der Vorbereitung“, sagt Dr. Talaska. Auch besondere Fälle lassen sich für Fortbildungen oder Vorträge separat ablegen.
Spracherkennung spart enorm Zeit
Als erhebliche Arbeitserleichterung erweist sich die leistungsfähige Spracherkennung, die unabhängig von Stimmlage oder Aussprache zuverlässig funktioniert und unbekannte Begriffe schnell lernt. „Egal wie undeutlich der Befunder spricht, die Spracherkennung setzt es sehr gut um“, betont Dr. Brüll. Da die Radiologen ihre Befunde selbst kontrollieren und freigeben, ist diese Zuverlässigkeit besonders wichtig und spart wertvolle Zeit.
Die integrierte Lösung ermöglicht zudem teleradiologische Kooperationen, insbesondere mit einem Spital, das nachts keine Radiologen vor Ort hat. Von dort übermittelte Untersuchungen werden automatisch in einer eigenen Befundliste angezeigt und zeitnah beurteilt.
Die Akzeptanz des Systems ist bei allen 15 Radiologen der beiden Standorte des Traumazentrums Wien in Meidling und Brigittenau hoch. Anfangs geäußerte Zweifel hinsichtlich Geschwindigkeit oder Spracherkennung lösten sich schnell auf. „Heute loben alle Kollegen die Lösung“, sagt Dr. Talaska. Seit dem flächendeckenden Einsatz im April 2025 stellt das System für Radiologen wie Patienten einen „wirklichen Meilenstein“ dar.
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